Da ich relativ spät zu meinem Hobby gekommen bin (Anfang 2020), möchte ich mich nicht als typische Sammlerin bezeichnen. Anfangs war ich nur darauf aus, alte Häuschen möglichst günstig zu erstehen und sie wieder wohnlich zu gestalten, da ich große Freude an der handwerklichen Tätigkeit fand. Auf der Suche nach geeigneten Immobilien fiel aber mein Augenmerk immer mehr auf architektonische Besonderheiten. Große Fenster, Erker, Treppen, Balkone, Wintergärten, tolle Dächer oder Häuser mit irgendwelchen Besonderheiten wurden zu meinem Beuteschema, am liebsten aus den 50er oder den 60er Jahren – so entstand meine Sucht!
So wäre es schon toll, wenn man z.B. einmal ein Haus von der Firma Kibri (Kindler & Briel, Baden Württemberg) finden würde, oder auch so gesuchte Häuser von anderen namhaften Herstellern wie „Libelle“, „Elfi" udgl. ergattern könnte. Doch diese sind leider, wenn man sie überhaupt bekommt, unerschwinglich. Deshalb lege ich auf meiner Homepage auch keinen so großen Wert auf die Hersteller. Mir ist es nur wichtig, dass mir die Gebäude gefallen und sie hübsch sowie geschmacklich gut her- und eingerichtet sind. Also bin ich auch mit einfacheren Werken bzw. Eigenbauten zufrieden, die ich dann nach meinen Vorstellungen renoviere und ausstatte, solange alles rundum passt. Am Ende nimmt die Einrichtung mit allen Dekomaterialien noch einmal viel Zeit in Anspruch – doch damit kommt ja erst der Charme in jede Bude! Und wenn die kleinen Püppchen als Bewohner eingezogen sind und das Haus an dem vorgesehen Platz steht, dann ist es erst fertig und ich bin vollauf zufrieden!
Mein Sohn Benedict ist maßgeblich daran beteiligt, dass ich per Handy bei Ebay und Co. relativ fit bin. Bei der Unterstützung im Bereich Miniimmobilien wäre allerdings noch viel Luft nach oben
Mein Sohn Sebastian setzt für mich außergewöhnliche Wünsche beim Reprint alter Tapeten und Bodenbeläge um, auch im 3-D-Druck hat er mir schon Sonderwünsche erfüllt
Mein Sohn Ferdinand ist der Verantwortliche für den Aufbau der Homepage und hatte Tag und Nacht unglaubliche Geduld mit seinem Mütterchen. Seit jeher ist er mein Laser- und 3-D-Spezialist
Die Herausforderung mit verschiedensten Materialien zu arbeiten ist meine große Leidenschaft geworden. So betätige ich mich bei den mehr oder weniger heruntergekommenen Puppenhausruinen in vielen Berufsfeldern. Schreiner, Tapezierer, Maler, Fliesenleger, Dachdecker, Polsterer, Schneider, Dekorateur und bestimmt noch etliches mehr umfasst das Miniimmobilien-Berufsfeld. Auch einfache Glasscheibchen schneide ich mittlerweile selbst. Nur bei runden oder schwierigen Glasarbeiten bitte ich meinen persönlichen Glasmeister Horst Pesler nach wie vor um Hilfe. Der Beruf des Elektrikers, den gibt es in meinem handwerklichem Dasein nicht, da traue ich mich einfach nicht ran! Weil meine Häusersammlung inzwischen sehr umfangreich ist, möchte ich auch nicht ständig meine Männer anbetteln. Strom gibt es eben in meinen Häuschen nicht, dafür mit Liebe gestaltete Fake-Lampen :-))) aus aller Art von Deckeln und Dosen, Holz- und Plastikteilen, Perlen, Ersatzteilen von Kaffeemaschinen, Stoffen, Papier, Bändern und was mir sonst noch in die Finger fällt. Die Fantasie kennt keine Grenzen!
Leider ist es nach wie vor schwierig, an altes Material wie Tapeten, Stoffe und Bodenbeläge aus den 50er/60er Jahren zu kommen. Es ist schier ein Ding der Unmöglichkeit. Aber mittlerweile bin ich auch nicht mehr ganz so streng mit mir und es wird auch Material verwendet, das nur altmodisch ausschaut. Dazu hat mein Sohn Sebastian beigetragen, der mit einem kleinen Foto von einem alten, intakten Puppenhausboden, einige Bögen auf DIN A4 zauberte und ich damit ein ganzes Puppenhaus tapezieren konnte. Einfach genial! Die ganze Kunst, eine Küche oder ein Bad zu renovieren, hat auch meine Tochter Theresa abgerundet, weil sie durch ihren Beruf als Architektin verschiedenste Fliesenmuster hervorholen kann. Da in allen alten Puppenhäusern die Wand- und Bodenbeläge, Fliesen etc. nur aus Papier sind und ich um mich rum lauter Computerfreaks habe, kann man da wunderbar tricksen! Doch bei jedem Haus gilt, dass alles vom Alter her passen muss, es stilecht ist und farblich harmonisiert. Außerdem gefällt mir auch gar nicht alles, darum werde ich mir nie hoheitliche englische Häuser mit Stilmöbeln zulegen. Doch wer weiß, wie sich meine Sammelleidenschaft noch entwickelt.
Meine Tochter Theresa unterstützt mich seit Anfang an in allen Bereichen. Von ihren genialen Ideen in präziser Ausführung durfte ich schon öfter profitieren
Nach und nach kam mein Interesse auch auf alte Bäder. Das hat sich aber rein zufällig ergeben, weil manchmal als Zugabe bei den Puppenhäusern ein Bad mit dabei war. Doch dazu mehr in der Rubrik „Bäder".
Ebenso ging es mir mit den Mini-Puppenwägen. Die Vielfalt ist so riesig, dass bei meinem jetzigen Fuhrpark an Wägelchen, die aber auch immer liebevoll hergerichtet werden, noch lange kein Ende in Sicht ist. Sie erfordern allerdings am wenigsten Platz und werden daher sicher noch ergänzt, wenn sich eine preisgünstige Gelegenheit ergibt.
Die Kaufläden weckten erst etwas später mein Interesse. Längere Zeit hatte ich nur vier Stück davon. Doch nach und nach merkte ich, dass es auch da sehr tolle Geschäfte gab. Wenn ein einzigartiges Exemplar bei Ebay oder den Kleinanzeigen angeboten wurde, konnte ich einfach nicht mehr widerstehen, obwohl ich schon mit akuter Platznot zu kämpfen hatte. Anfangs rückte ich in meinem Bastelkämmerchen alles eng zusammen, dann stapelten sich die Läden schon auf meiner Arbeitsfläche übereinander und einige blieben zerlegt im Karton unter dem Tisch, bis dann endlich die Erlösung kam. Nach unserer Geschäftsauflösung in Ingolstadt wurden wunderbare Regale in meiner Werkstatt aufgestellt.
Mein Ehemann Claus ist immer mit Rat und Tat zur Seite, im Organisieren unschlagbar und der perfekte Facilitymanager für mein Museum, außerdem ein großer Sponsor :-)))
Ausschlaggebend für das gewachsene Interesse an meinem Hobby war Ende März 2025 der Zeitungsbericht über meine Sammelleidenschaft im Donaukurier, der zu meiner großen Verwunderung bayernweit veröffentlicht wurde. Von da an meldeten sich einige nette Damen, die mir ihr liebgewonnenes Puppenhaus oder ihren ans herzgewachsenen Kaufladen überlassen wollten, damit die Kindheitserinnerungen mal nicht auf dem Wertstoffhof landen. Nun hatte ich richtig was zu tun! Die wunderschönen Originale entgegennehmen, mit den Besitzern Führungen in meinem kleinen Museum machen und danach die kleinen Kostbarkeiten wieder behutsam instand setzen. Auch meine alten Bekannten und WhatsApp-Kontakte wollten mehr und mehr meine Sammlung sehen. Darum hat sich meine Familie für mich stark gemacht, um eine Internetseite mit all meinen Schätzen aus meinem Gnadenhof für alte Puppenstuben zu erstellen. Den Anstoß gab mein Mann, der sich zwar absolut nicht für meine Stübchen interessiert, mich jedoch in jeder Hinsicht unterstützt, wie z.B. mit der Reservierung der Domain „puppenhausmuseum.info". Ganz in seinem Metier, sprang dann mein Sohn Ferdinand (auch „Tastengott" genannt) ohne größeres Betteln mit auf und erarbeitete für mich die Grundlagen dieser Internetpräsenz. Ein bisschen Geduld war gefragt, da so ältere Semester wie ich ein wenig komplizierter in der Umsetzung denken als die Generation, die mit dem PC und Handy aufgewachsen ist. Aber Ende gut – alles gut! Ich freue mich, meine ganz private Sammlung meiner Miniimmobilien aus über 100 Jahren und mehreren Generationen hier vorstellen zu dürfen.
Viel Spaß damit!