Wieder eine ganz besondere Geschichte hat dieses Haus. Zu einem sehr guten Zeitpunkt wurde es in den Kleinanzeigen von einer ganz lieben „Elsa“ eingestellt. Wie man sieht ist es riesig und durch die massive Bauart und die komplette Einrichtung nicht für den Postversand geeignet. Sehr schnell wurden wir uns einig, dass sie es so lange für mich reserviert, bis meine Tochter nach Stuttgart zu ihrer Studienfreundin fährt und es im Auto transportiert werden konnte. Kurze Zeit später war es soweit. Theresa und ihr Mann holten das Haus in der Nähe von Stuttgart ab und einen Tag später konnte ich es bereits in Empfang nehmen. Ich war erst mal platt wegen der Größe des Hauses. Die vielen Kleinigkeiten die ich im Haus noch vorfand waren dann noch eine wahre Fundgrube. Da ich die Hintergründe des Verkaufes erfahren wollte und um mich auch herzlich zu bedanken, schrieb ich eine Email an die Frau, die Theresa als sehr symphatisch beschrieb.
Diese Elsa hieß mit richtigem Namen Christine, war vor der Wende in Erfurt zuhause und hatte sechs Schwestern. Es gab damals in den späten 50ern ein Puppenhaus, mit dem alle Mädels nacheinander gerne spielten. Es wurde nur an Weihnachten aufgebaut, was dann immer der Höhepunkt des Jahres war. Leider erhielt die älteste Schwester vor vielen Jahren dieses einzige Puppenhaus, da diese eine Tochter hatte. Christine mit ihren beiden Buben ging leer aus. Eine ihrer Schwestern trauerte ebenso diesem Puppenhaus nach und suchte längere Zeit im Internet nach einem ähnlichen Puppenhaus. Als sie nun dieses Haus fand, kaufte sie es und überraschte ihre Schwester Christine vor ein paar Jahren zum Geburtstag mit dem riesigen Puppenhaus aus echter, massiver Schreinerarbeit, welches nun in meinem Besitz ist. Es gibt Fotos, wo die beiden Schwestern wie in alten Zeiten am Boden sitzen und mit dem Häuschen spielen. Einfach niedlich! Aber da es doch richtig groß ist und eigentlich immer von einer Ecke in die andere geschoben wurde, musste es nun weichen. Einen Hintergedanken gab es obendrein noch, wenn das Haus verkauft wird, klappt es vielleicht auch besser mit dem Wunsch nach einem Enkelkind. Auf alle Fälle hat eine sehr nette „Brieffreundschaft“ begonnen, in der heutigen Zeit halt per WhatsApp.
Kleine Ausbesserungsarbeiten, ein Austausch der Möbel in der Diele, weil das die einzigen waren die mir nicht gefielen und das Aufhübschen der fünf Zimmerchen, waren die einzigen Tätigkeiten die ich am Haus Christine nach und nach ausführte.
Und siehe da, einige Monate später, kam ein süßes Mädchen zur Welt und machte Christine zu einer stolzen Omi. So hat jeder seine Freude!
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